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Hauptsache, es hilft!

Bettina Gebhard, Agraringeneurin, hat ein neues, praxisorientiertes Buch über die Anwendungsmöglichkeiten der Homöopathie im Kälberstall geschrieben. Erschienen ist es im Januar 2018 im DLG-Verlag und kann direkt hier bestellt werden. Es ist ein interessantes Kompendium für Anfänger und erfahrene Anwender der Homöopathie.

Lesen Sie in unserem Interview mit der Autorin, wie Sie zur Homöopathie gekommen ist und welche Chancen Sie darin sieht.

Redaktion: Frau Gebhard, die Beiträge des Wissensportals www.kuhgesundheit.de werden hauptsächlich von Praktikern gelesen. Insofern ist es für unsere Leser spannend, welchen Praxisbezug Sie haben und wie der sich in Ihrem Buch widerspiegelt. Bitte berichten Sie uns!

Bettina Gebhard: Meine hautnahen Erfahrungen im Rinderstall begannen 1996, als ich mit meinem Mann einen Milchviehbetrieb in Bayern zur Pacht übernommen habe. Durch Fütterungsfehler der vorherigen Betriebshelfer hatten wir ein hartes Anfangsjahr. Viele Kühe hatten Leberschäden, die sich spätestens rund um die Geburt klinisch zeigten. Mit der Schulmedizin kamen wir nicht so recht weiter und ich suchte Rat bei einer Tierheilpraktikerin. Damit waren die Anfänge gemacht und so fand ich mich bald wieder in einem Kurs über Rinderhomöopathie. Hier hatte ich tatsächlich mein Schlüsselerlebnis! Bis dato hatte ich immer versucht, Homöopathie und ihre Wirkweise rein wissenschaftlich zu verstehen! Jetzt aber überzeugte mich der Ansatz der anderen Kursteilnehmer, hauptsächlich Landwirte aus dem Allgäu: Wir wissen nicht, wie genau die Homöopathie funktioniert, aber wir sehen, dass sie unseren Rindern hilft – und das ist die Hauptsache! Und mit diesem pragmatischen Ansatz praktiziere ich nun tatsächlich seit 20 Jahren die Homöopathie im Rinderstall und möchte nicht mehr darauf verzichten müssen.

Redaktion: Ist damit Homöopathie etwas für jedermann? Und wenn ja, wie mache ich den Anfang?

Bettina Gebhard: Das Wichtige bei der Homöopathie ist, dass man seine Tiere und ihre Eigenarten gut kennt. Am Anfang der Behandlung steht immer eine gute Tierbeobachtung, für die der Tierhalter sich Zeit nehmen muss. Hier ist es hilfreich, sich die Tiergruppe als erstes vorzunehmen, mit der man eh viel Zeit verbringt. Typischerweise fangen die Landwirtinnen mit den Kälbern an, sie homöopathisch zu versorgen. Für jeden, der genau beobachten kann oder bereit ist es zu lernen sind solche Ratgeber, wie ich sie geschrieben habe, sehr hilfreich. Anhand der Symptome leite ich den Anwender zu den homöopathischen Mitteln, die sich als hilfreich erwiesen haben. In meinem Buch habe ich auch besonders darauf Rücksicht genommen, dass vielen Landwirten nach einem harten Arbeitstag die Muße fehlt, sich noch mit einem stark wissenschaftlichen, sehr umfangreichen Buch hinzusetzen. Mein Buch ist sehr praxisorientiert geschrieben.

Redaktion: Kann der Landwirt also demnächst ganz alleine seine Rinder homöopathisch heilen?

Bettina Gebhard: Ganz alleine geht es dann leider doch nicht. Für mich sollten Schuldmedizin und Homöopathie Hand in Hand gehen. Viele Tierärzte stehen der Homöopathie mittlerweile positiv gegenüber. Tatsache ist, dass Homöopathie auch ein guter Weg ist, um den Antibiotikaverbrauch in der Landwirtschaft weiter zu reduzieren – ein mittlerweile allgemein anerkanntes Ziel.
Rein rechtlich gesehen ist es so, dass bestimmte Homöopathika (hauptsächlich Einzelmittel ab der D6-Potenz) nur dann bei landwirtschaftlichen Nutztieren angewandt werden dürfen, wenn dies auf Anweisung des Tierarztes erfolgt bzw. genau nach Anweisung der Packungsbeilage. Eine gute Zusammenarbeit mit seinem Hoftierarzt ist also weiterhin unerlässlich. Was ich aus meinem persönlichen Erfahrungsschatz berichten kann ist, dass ich durch den Einsatz von Homöopathie nach zwei bis drei Jahren insgesamt eine gesündere Herde hatte! Homöopathie kann also auch Kosten sparen! Die Tierarztrechnungen fallen niedriger aus und die Kosten, die durch Wartezeiten der schulmedizinischen Arzneimittel anfallen, können vermieden werden.

Redaktion: Sie haben uns mit ihrem neuen Buch in die homöopathische Behandlung von Kälbern eingeführt. Planen Sie weitere Ratgeber?

Bettina Gebhard: In Kürze wird schon der nächste Band im DLG-Verlag erscheinen. Dies ist ein Kompendium über die verschiedenen zur Verfügung stehenden homöopathischen Arzneimittel, auf das ich im Kälberbuch schon verweise bzw. ist dort ein kleiner Vorabdruck enthalten. Geplant sind verschiedene Skripte zu den unterschiedlichen Funktionskreisen wie zum Beispiel das Euter oder auch der Bewegungsapparat.

Redaktion: Frau Gebhard, wir danken Ihnen für dieses Gespräch und vor allen Dingen für das wertvolle Buch, das sie geschrieben haben. Wir sind gespannt auf die weiteren Ratgeber und wünschen Ihnen alles Gute!

Titel: Gesunde Kälber durch Homöopathie. Symptome erkennen – Wirkstoff bestimmen
Autorin: Bettina Gebhard
ISBN-Nr.: 978-3-7690-2050-2
Umfang:128 Seiten, mit farbigen Abbildungen und Grafiken
Auflage: 1/2018
Verlag: DLG-Verlag
Kosten: 7,50 € zuzüglich Versandkosten