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Mission possible: Die stressfreie Kuh

Die bereits sechste Roadshow der Milchpraxis Anfang Februar war mit fünf Top-Referenten unter der Moderation von Dr. Peter Zieger erneut ein voller Erfolg. An fünf Standorten quer durch Deutschland ging es angefangen in Köllitsch nach Karow über Rendsburg, Großefehn und schließlich nach Haus Düsse. Unter dem Motto „Mission possible: Die stressfreie Kuh – Bessere Tiergesundheit und mehr Lebensleistung“ informierten die Referenten die Zuhörer über ihre neuesten Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Praxis. Stress bei Kälbern und Kühen spielt vermeintlich eine deutlich größere Rolle, als wir bislang annahmen. So betrachtet, haben die Abgangsursachen bei Kühen allesamt eine gemeinsame Ausgangslage. Stress wird in der täglichen Praxis leider nach wie vor stark unterschätzt.

So bedeutet bereits das Wasservorenthalten bei Kälbern in den ersten 14 Tagen Fütterungsstress, der sich negativ auf die Darmschleimhaut und das Immunsystem auswirkt. Auch bei Kühen zeigt sich nach neuesten Forschungsarbeiten, dass die Darmzotten bei bereits sechsstündigem Futterentzug über Nacht verändern und vermehrt Giftstoffe aus dem Darm in den Körper gelangen lassen. Der sogenannte „Leaky gut“, also durchlässige Darm, ist damit ein zentraler Punkt, der sowohl bei psychischem wie sonstigen Stress, seien es Entzündungen oder Hitzebelastungen, die Leistungsfähigkeit und Langlebigkeit der Tiere herabsetzt. Es gilt Stress in jeglicher Form auf ein Minimum zu reduzieren. „Milch ist die Abwesenheit von Stress“ – treffender könnte man es nicht auf den Punkt bringen. 

So zeigte Prof. Nigel Cook von der US-amerikanischen Universität Wisconsin anschaulich, welche Gestaltung von Liegeboxen den größtmöglichen Kuhkomfort bieten. Tiefboxen mit Sandeinstreu seien die beste Lösung, um eine lange Liegedauer der Kühe zu erhalten. Darüber hinaus gab er wichtige Tipps, wie und wo Ventilatoren am sinnvollsten angebracht werden, um Hitzestress effektiv entgegen zu wirken. Dr. Wolfgang Hasseler, Tierarzt aus Papenburg, gab wichtige Hinweise für die Fütterung und Haltung in der Aufzucht von Kälbern. Axel Pfundheller, Berater aus Jade, ging auf die optimale Fütterung von Kälbern und Jungrindern ein und zeigte eindringlich, dass in der Jungrinderaufzucht nicht gespart werden darf.  Landwirt Conny Derboven konnte sehr unterhaltend zeigen, wie sich sein Milchviehbetrieb auch im Einklang mit der Gesellschaft zu einem Top-Betrieb entwickeln konnte. Andreas Pelzer von der LWK NRW stellte die Bedeutung der Transitställe dar und gab Empfehlungen für die richtige bauliche Planung. In Ausgabe 1 und 2 unserer Zeitschrift Milchpraxis lesen Sie die Artikel zu den einzelnen Vorträgen. Einige wenige Vortragsbände haben wir noch zu vergeben! Schreiben Sie eine kurze E-Mail an info@kuhgesundheit.de und wir schicken den ersten Einsendern gerne einen Band zu.