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Liebe Rinderbegeisterte,

 

Frühsommerliche Temperaturen haben uns endlich erreicht! Aber was uns Menschen erfreut, muss nicht immer gut für Kuh und Kalb sein. Denn schon ab einer Temperatur von 24 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von 70% empfindet eine Kuh Hitzestress, das Kalb reagiert noch wesentlicher früher.

 Folgen des Hitzestress’ bei der Kuh können sein:

• vermehrte Zellzahlen bis hin zu erhöhten Mastitiszahlen, 

• Futteraufnahme sinkt um 10-25%,

• geringere Milchfett- und Milcheiweißgehalte, 

• Abfall der Milchmenge und der Konzeptionsrate (ca. 30%),

• Mängel in der Klauengesundheit.

Deshalb, aus Gründen des Tierschutzes und der Wirtschaftlichkeit (die US-Milchproduktion hat geschätzte 900 Millionen US-Dollar Einbußen jährlich aufgrund von Hitzestress!) sollte das Anliegen sein, die Tiere soweit es möglich ist, vor Hitzestress zu schützen. Aber wie? 

Die ersten Kuhsignale für Hitzestress müssen richtig gedeutet werden, damit der Hitzestress überhaupt erkannt wird. Diese sind: 

• Mehrzahl der Herde steht, bevorzugt an Plätzen mit Luftzug (Gang, Tor).

• liegende Tiere pumpen und haben eine erhöhte Atemfrequenz (bis zu 80 Atemzüge/Minute).

• bei starker Hitze stehen die Tiere mit langem Hals und geöffnetem Maul da, Zunge draußen, Schaumbildung am Maul.

Wichtig ist, dass Sie die tatsächliche Umgebungstemperatur der Tiere kennen. 

Deshalb sollten Hygrometer und Thermometer zur Messung von Luftfeuchtigkeit und Temperatur an relevanten Stellen wie Vorwartehof, Liegebereich, Futtertisch, Kälberstall installiert werden. 

Treten die genannten Temperaturen und Kuhsignale auf, müssen Sie Sofortmaßnahmen ergreifen, um die Belastung der Tiere zu verringern: 

• Stress vermeiden: Umtreiben der Kühe in die kühleren Stunden des Tages verlegen, spätestens jetzt die Überbelegung des Stalles auflösen durch ausgewogene Gruppenbildung, gutes Fliegenmanagement.

• Luftbewegung erhöhen: alles, was zu öffnen ist, öffnen: Seitenwände, Tore, First etc. 

• Mehrmals am Tag füttern; Futter anschieben, damit Futteraufnahme angeregt wird.

• Kälberiglus: Öffnung gen Norden ausrichten, den hinteren Teil des Iglus mit einem Stein hochstellen, so dass die Belüftung sich verbessert. 

Viele weitere praktische Sofortmaßnahmen finden Sie in der Arbeitsanleitung Hitzestress auf dem Wissensportal www.kuhgesundheit.de.

Nachhaltige, langfristige Lösungen können die Installation von Ventilatoren oder auch das Eindecken des Daches mit Photovoltaikplatten sein. Diese Investitionen müssen mit Stallbauexperten gut durchdacht werden. Untersuchungen zeigen immer wieder, dass es sich rein rechnerisch lohnt. 

Das Team des Wissensportals www.kuhgesundheit.de wünscht Ihnen weiterhin einen schönen sonnigen Mai!

Kristin Resch, Tierärztin 

 

 

 

 

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