---
---

Liebe Rinderbegeisterte,

nicht nur wir trinken an den heißen Tagen mehr als üblich, auch die Rinder. Kühe können bei hohen Temperaturen gerne mal 150 Liter Wasser saufen, Färsen an die 50 Liter. Im Stall ist das Wassermanagement hoffentlich so aufgestellt, dass diese Massen kuhgerecht dargeboten werden, bei Weidegang kommen vielleicht manche Landwirte nun an ihre logistischen Grenzen.

Kühe reagieren aber sehr sensibel auf Durst - Leistungseinbußen und erhöhte Zellzahlen sind oft die Folgen von Hitzestress und zu geringem Wasserangebot im Sommer. Wie ist also ausreichend Wasserzufuhr auf der Weide zu gewährleisten? 

Manche Weiden bieten durch Fließgewässer eine natürliche Wasserversorgung an. Hier ist es notwendig, die Wasserqualität regelmäßig zu überprüfen und den Tränkeplatz auf eine Stelle zu beschränken. Der Tränkeplatz sollte ordentlich befestigt sein, damit die Tiere den für die Wasserqualität wichtigen Uferrandbewuchs nicht zerstören. Eine weitere Möglichkeit ist es, aus diesen Gewässern mittels einer Pumpe das Wasser in ein Tränkebecken zu befördern, was auch der Reinerhaltung des Gewässers dient. 

Stehen keine natürlichen Gewässer zu Verfügung, können fahrbare Wasserfässer eine kurzfristige Lösung darstellen. Allerdings kann dies sehr arbeitsaufwendig und auch sehr kostenintensiv werden durch den Trinkwasserpreis, die Lohn- und die Schlepperkosten. Hinzu kommt, dass die Tränkart durch die standardmäßige Zungentränke an den meisten transportablen Wasserfässern auch nicht dem natürlichen Saugverhalten des Rindes entspricht. Weiden mehr als 20 Tiere auf der Weide, sollten mindestens zwei Fässer aufgestellt werden, damit auch die rangniederen Tiere saufen können.

Ein weiteres Manko der Weidefässer ist zudem, dass bei starker Sonneneinstrahlung das Wasser schnell aufheizt und dann nicht mehr so gerne getrunken wird bzw. die Wasserhygiene eventuell sogar darunter leiden kann. 

Praxistipp:

Eine Verbesserung kann man als Landwirt dadurch schaffen, dass sie ihre Wasserfässer auf Trogtränken umbauen, damit alle Tiere artgerecht in kurzer Zeit ausreichend trinken können, auch die rangniederen.

Die ideale Lösung ist sicherlich die stationäre Wasserversorgung. Hierbei sollte für eine Gruppe von 20-25 Weidetieren eine Tränkestelle eingerechnet werden. Vor deren Installation sind die Standorte sorgfältig auszuwählen, damit das Oberflächenwasser schnell abfließt und keine sumpfigen Stellen auf der Weide entstehen (Rutschgefahr! Leberegel!). Tipps für den einfachen Bau von Trogtränken auf der Weide finden Sie hier.

Bei all der Arbeit - auch neueste Studien haben wieder bewiesen - Kühe schätzen den Weidegang und die damit verbundene Bewegung besonders in der Nacht sehr!

Das Team des Wissensportals www.kuhgesundheit.de wünscht Ihnen einen schönen Sommeranfang.

Kristin Resch, Tierärztin 

Als Empfänger des Newsletters informieren Sie sich bitte unter folgendem Link über die Erhebung personenbezogenen Daten nach Art. 13 DS-GVO.

---