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Liebe Rinderbegeisterte!

Kennen Sie aus ihrem Arbeitsalltag den Uterusvorfall beim Rind? Haben Sie beim Gang in den Abkalbestall schon mal ein bis zu kalbsgroßes rosafarbenes Schleimhautgewebe aus der Scheide der Frischabkalberin ragen sehen? 

Wenn ja, dann erinnern Sie sich sicher an das Gefühl der Ratlosigkeit oder sogar der Panik, das damals in Ihnen aufstieg. Es handelt sich hier tatsächlich um einen Notfall, der nur mit schnellem, überlegten Handeln des Tierhalters und des Tierarztes bewältigt werden kann. Wenn Sie und ihre Rinder bisher das Glück hatten, davon verschont zu bleiben, machen Sie sich ein Bild davon. Falsches oder unterlassenes Handeln führt leider allzu schnell zum Verlust des Tieres und damit auch zu einem großen wirtschaftlichen Verlust. 

Als Tierhalter kann Ihnen folgender Handlungsplan bis zum Eintreffen des Tierarztes hilfreich sein:

• Fixieren Sie das Tier. Jede weitere Zugbelastung des Uterus kann zum Reißen des Schleimhautgewebes führen und damit zu unstillbaren Blutungen. 

• Versuchen Sie nicht selbst, den Uterus zurückzulagern. Der Tierarzt muss zunächst medikamentös das reflexhafte Pressen der Kuh unterbinden. Erst dann ist es möglich, den Uterus zurück zu lagern. 

• Während der Wartezeit stabilisieren Sie das Allgemeinbefinden des Rindes durch Tränken (reichen Sie das Wasser mit  mit Elektrolyten an), stoppen Sie Blutungen durch Pressverbände und schlagen Sie die Gebärmutter in kalte, feuchte Tücher ein.

Selbst für Tierärzte ist der Uterusvorfall eine Herausforderung. Dr. Franz Schlederer, Rinderpraktiker in Österreich fühlte sich durch diesen Umstand besonders motiviert, ein Hilfsmittel zu schaffen und erdachte sich das GynBag und die GynPipe. „Zu mir kamen die Kollegen und sprachen von Ihrer Angst, dass Ihnen die Kräfte ausgehen bei der Zurückverlagerung des Uterus.“ Schlederer ist nach eigener Aussage ein Tüftler. „Wenn ich oder meine Mitarbeiterinnen ein stetig wiederkehrendes Problem in der Praxis haben, dann fange ich an, systematisch nach einer Lösung zu suchen. So entstanden schon einige Hilfsmittel, um unsere Arbeit zu erleichtern und sie zu besseren Ergebnissen zu führen.“ Das GynBag, eine Art Tüte, vergleicht er mit einer Wurstpelle. Durch das Eintüten des Uterus in das GynBag wird zum einen die Schleimhaut geschützt, zum anderen wird aber dadurch auch eindeutig die Richtung definiert, in der das Gewebe beim weiteren Vorgehen entweichen soll. Durch die Kompression wird das ödematisierte Gewebe auch kleiner und ist dadurch einfacher durch die enge Scheide zu bewegen. Mit der GynPipe, einer Trage, heben zwei Helfer die eingetütete Gebärmutter an. Der Tierarzt kann jetzt die Gebärmutter risikolos in das Rind zurück verlagern. Schauen Sie sich selbst in diesem Video den Einsatz von GynBag und GynPipe an. Die Firma Quidee berichtet von einem weltweit enormen Echo auf die Innovationen aus der Schlederschen Erfinderwerkstatt. „Arbeit muss Spass machen. Mit diesen Geburtshilfetools wird der oft harte Rindertierärzt(innen)alltag erleichtert und ihr Einsatz führt zu überzeugenden Ergebnissen. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.“ 

Der GYNbag wird in zwei Größen ausgeliefert, jeder Bag ist aus Hygiene- und Seuchengründen zum einmaligen Gebrauch bestimmt. Eine Originalpackung erhält 6 Stück, je 3 für Erstkalbinnen und 3 für ältere Kühe. Der Einsatz der GynPipe ist hygienisch weniger sensibel, sie kann deshalb mehrfach verwendet werden.

 Mit besten Grüßen,

Tierärztin Kristin Resch und das Team des Wissensportals http://www.kuhgesundheit.de/.

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